Erfolgreiches Vorstellungsgespräch

Aufgrund langjähriger Erfahrung in der Personalgewinnung/Rekrutierung, sowohl in der Linie als auch als Recruiter, und unzähligen – oft erst im Nachhinein lustigen – Episoden sowie auch immer wieder gestellten Fragen von Bewerberinnen und Bewerbern, haben wir uns entschlossen, einen Leitfaden zur Vorbereitung auf ein – im besten Fall – erfolgreiches Vorstellungsgespräch zusammenzustellen. 

Vorbereitung ist die halbe Miete

    • Wo befindet sich der Interview-Ort? Prüfen Sie frühzeitig auf der Karte den Anfahrtsweg und allenfalls Parkmöglichkeiten oder gehen Sie ein paar Tage vor dem Termin vor Ort, damit Sie später wirklich wissen, wohin Sie müssen.
    • Was tut die Firma? Es ist zwingend, dass Sie sich eingehend mit dem Kerngeschäft Ihres (hoffentlich) künftigen Arbeitgebers auseinandersetzen, recherchieren und sich ein gutes Bild davon machen. Idealerweise haben Sie das schon bei der Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen gemacht und dem Unternehmen schon im Anschreiben gezeigt, dass Sie sich mit der Stelle beschäftigt haben.
    • Wer ist Ihr Gegenüber? Auf Firmenwebsites, Xing, LinkedIn, Facebook und Co. lassen sich heute mit wenig Aufwand wichtige und interessante Informationen über Ihren Gesprächspartner herausfinden, die Sie ggf. in einem Gespräch verwerten können.
    • Was wollen Sie im Gespräch herausfinden, was sind Ihre Ziele? Notieren Sie sich diese im Vorfeld, nehmen Sie diese mit und stellen Sie diese Fragen im Gespräch.
    • Wenn Sie sich in einem Industrieunternehmen als IT-Supporter bewerben, müssen Sie nicht im Anzug erscheinen. «Angemessen» lautet die Zauberformel. Schauen Sie sich die Firmenwebsite an, sind dort alle im Anzug abgebildet? Oder eher im T-Shirt?
    • Seien Sie pünktlich. Reisen Sie frühzeitig an, damit Sie sich fünf Minuten vor dem Termin anmelden können. Wenn Sie es aus irgendeinem Grund nicht pünktlich schaffen (Stau, Geburt, Beinbruch, Zug verpasst, verschlafen), rufen Sie (frühzeitig) an.
    • Und noch etwas: Prüfen Sie Ihre Sozialen Netzwerke und sperren oder löschen Sie Bilder und Inhalte, die Sie (zukünftigen) Arbeitgebern nicht offenbaren wollen.

Seien Sie sich selbst, seien Sie authentisch

Ein Recruiter möchte Sie wirklich kennenlernen und schätzt es sehr, wenn Sie ehrlich sind. Zum Thema Schwächen hat wohl jeder Recruiter schon mal Antworten wie «ungeduldig» oder «ich bin perfektionistisch» gehört. Das wird aber kein bleibender Eindruck hinterlassen. Reflektieren Sie Ihre Stärken und Schwächen differenziert und zeigen Sie, dass Sie schon einmal über sich nachgedacht haben und die Fähigkeit zur Selbstreflexion besitzen. Überlegen Sie sich z. B., warum Sie bestimmte Tätigkeiten nicht mögen und wie Sie an Ihren Schwächen arbeiten.

  • Die Fragen in einem Vorstellungsgespräch dienen dazu, herauszufinden, wer sie wirklich sind. Es ist jedem Recruiter klar, dass im Berufsleben nicht immer alles glatt läuft. Ein Recruiter möchte aber herausfinden, was Sie aus schwierigen Situationen gelernt haben und wie Sie diese Situationen gemeistert haben. Seien Sie also authentisch und machen Sie keine Werbeveranstaltung aus dem Gespräch.
  • Und da kommt sie auch schon, die Frage nach dem Lohn. Machen Sie kein Geheimnis darum, seien Sie transparent und nennen Sie klar Ihre Lohnvorstellungen. Das erspart Ihnen und dem Unternehmen u.U. viel Zeit und Mühe, wenn beide von Anfang an merken, dass die Vorstellungen zu weit auseinanderklaffen. Vielleicht wurden Sie sogar schon vor dem Gespräch telefonisch kontaktiert und Ihre Lohnvorstellungen abgeholt. Wenn Sie sich in einem solchen Augenblick überrumpelt fühlen und keine Antwort geben können, dann sagen Sie das auch. Machen Sie sich Gedanken und melden Sie sich schnellstmöglich nochmals beim Unternehmen. Wenn sie gar keinen Anhaltspunkt haben, dann informieren Sie sich vorgängig im Internet über die branchenüblichen Saläre.

Mittendrin statt nur dabei

    • Begrüssen Sie Ihren Gesprächspartner mit einem aufrichtigen Händedruck.
    • Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gesprächspartner.
    • Begegnen Sie sich auf Augenhöhe mit Ihrem Gesprächspartner. Sie sind kein Bittsteller – schliesslich müssen beide Seiten herausfinden, ob sie zueinander passen.
    • Seien Sie im Gespräch aufmerksam und machen Sie sich Notizen.
    • Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden.
    • Stellen Sie Fragen, die Sie beschäftigen. Je besser Sie inhaltlich vorbereitet sind, desto spezifischer können Sie fragen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Vergewissern Sie sich, dass, wenn das Vorstellungsgespräch beendet ist, beide Parteien wissen, wie es weiter geht. Wer meldet sich wann, wie und so weiter.

  • Unterstreichen Sie Ihre Absicht. Wenn Sie den Job wirklich wollen, dann streichen Sie die wichtigsten Argumente heraus. Weshalb sind Sie von der Stelle so begeistert? Was möchten Sie im Unternehmen in dieser Position bewegen? Was ist Ihnen an den Menschen besonders (positiv) aufgefallen? Welchen Mehrwert hat das Unternehmen durch Sie in dieser Position?
  • In jedem Fall, ob Sie den Job wollen oder nicht, beweist es Anstand, wenn Sie sich innert 48 Stunden nach dem Gespräch per E-Mail melden. Sagen Sie danke für die Zeit und die investierte Energie.
  • Auch wenn das Gespräch unerträglich war und Sie mit Ihrem Gesprächspartner auf keine gemeinsame Ebene gekommen sind: danken Sie für das Gespräch. Erstens beweist es Stil und Anstand, zweitens können Sie tatsächlich aus jedem, auch oder gerade einem «schlechten» Gespräch, etwas lernen.

Viel Erfolg

Nun sollten die grössten Fallstricke umschifft sein. Abgesehen von Murphy, Schicksal oder dem öffentlichen Verkehr kann nun (fast) nichts mehr schiefgehen. Wir wünschen Ihnen für Ihre Zukunft viel Erfolg und sind für sämtliche Dienstleistungen im HR-Kontext und der Personalvermittlung von Fach-, Führungskräften und Kader weiterhin jederzeit zu Ihren Diensten.